Sie sind hier: Home > Mediathek > GUP aktuell > 

GUP aktuell

29.06.2017

Arbeitgeberattraktivität

Welche Faktoren die Arbeitgeberattraktivität steigern

Veranstaltungen

Keine Termine gefunden

 

GUP-aktuell

Effiziente Weiterbildung

Montag, den 15 Februar 2016

Qualität erhöhen und Geld sparen

Mit der betrieblichen Weiterbildung ist es so wie mit der gesellschaftlichen Bildungsdiskussion allgemein. In Schönwetterreden wird die Bildung als zentraler Erfolgsfaktor hervorgehoben. Investiert wir aber relativ wenig. Wir schicken unsere Kinder in baufällige Schulen und zu große Klassen. Bei vielen Unternehmen ist es ähnlich. Es wird zu wenig in Weiterbildung investiert. Wenn die Geschäfte gut laufen, dann gönnt man sich das eine oder andere Seminar, wenn überhaupt. Wenn sie schlecht laufen, wird das Budget gestrichen oder gar nicht erst genehmigt. Das kann fatale Folgen haben. Denn Wettbewerbsvorsprünge in fast allen Branchen resultieren vor allem aus Wissensvorsprüngen, die erarbeitet werden müssen.

Bereits eine kritische Reflexion der Weiterbildungsaktivitäten kann zu Einsparungen führen und die Effizienz der Maßnahmen dabei sogar noch steigern. Ihr Ziel ist es, das Bildungsbudget richtig zu verteilen, statt es pauschal zu streichen.

Bildungsbedarf ermitteln: In vielen Unternehmen mangelt es hier an einer systematischen Vorgehensweise. Häufig suchen Mitarbeiter sich ihre Seminare und Fortbildungen selbst aus. Es ist ganz natürlich, dass sie sich dabei von persönlichen Vorlieben leiten lassen. In der Folge besucht z. B. ein Mitarbeiter einen Rhetorik-Kurs, um sein Können zu perfektionieren, während ein anderer Mitarbeiter, der tatsächlich Schwierigkeiten in der Rhetorik hat, sich nicht anmeldet. Hinzu kommt, dass notwendige Seminare nicht immer die spannendsten Inhalte vermitteln und daher weniger nachgefragt werden.

Passgenauigkeit der Maßnahmen sicherstellen: Ein Training ist nur dann gut, wenn es den Lernbedarf des Mitarbeiters auch tatsächlich deckt. Das zu prüfen ist nicht leicht. Zum einen ist das Angebot an Schulungen groß, zum anderen sind die Erwartungen und Lernziele der Lernenden oft unterschiedlich. In vielen Unternehmen wird dieses Problem dadurch gelöst, dass Seminare angeboten werden, die schon immer gern besucht wurden. Wer prüft schon im Vorfeld den Lernbedarf einzelner Teilnehmer und die mögliche Wirkung einzelner Maßnahmen? Aber gerade darauf kommt es an. Eine Maßnahme ist nur dann effektiv, wenn Lernangebot und Bildungsbedarf zusammenpassen.

Relevanz der Maßnahmen überprüfen: Häufig haben Unternehmen oder Verbände (IHK) ein mehr oder weniger umfangreiches Angebot an Weiterbildungsmaßnahmen. Die Verantwortlichen der Personalentwicklung können leicht eine Liste der Seminare aufstellen, die permanent ausgebucht sind, während andere chronisch schlecht besucht werden. In vielen Fällen sind nicht die Passgenauigkeit ausschlaggebend, sondern andere Faktoren wie der Unterhaltungswert, Tagungsort oder Tageszeit. Prüfen Sie daher die Inhalte der Angebote kritisch auf die Relevanz für Ihre Unternehmensziele.

Qualität der Maßnahmen unter die Lupe nehmen: Angesichts des großen und zunehmend austauschbar werdenden Angebots lässt sich die Qualität im Vorfeld kaum bestimmen. Was hilft, sind Empfehlungen anderer Unternehmen. Wurde eine Maßnahme schon einmal durchgeführt, sind die Seminarteilnehmer eine gute Informationsquelle. Eine Kontrolle durch die Qualitätsbeurteilung der Teilnehmer hilft Ihnen bei der Planung zukünftiger Maßnahmen.

Für nachhaltige Wirksamkeit der Weiterbildung sorgen: Nicht immer zeigen Weiterbildungsmaßnahmen die gewünschte Wirkung. Die Euphorie nach Abschluss eines Seminars lässt schnell nach, und der Arbeitsalltag holt die Teilnehmer wieder ein. So wichtig wie die Planung von Weiterbildungsaktivitäten ist daher auch die Nachbereitung. Verbindliche Vereinbarungen zwischen Seminarteilnehmern und Vorgesetzten, die Bewertung von Bildungsmaßnahmen und die Überprüfung des individuellen Lernerfolgs erhöhen die Wirksamkeit.